

"Ein Scherz!" werden viele meinen. Sicherlich ist die Aussage in der Überschrift übertrieben,
aber es überrascht doch, daß in den Jahren 1942 bis 1945 im Bredelemer Wald und "Auf der Haar" reger
Flugbetrieb herrschte. In der Funktion eines Nebenflugplatzes zum Fliegerhorst Goslar standen ca. 30
Transport- und Bombenflugzeuge vom Typ "Junkers-Ju 52" und vom italienischen Typ "Savoia Marchetti SM
79 II " gut getarnt im "Appelhorn" und im "Bauernwald" zum Kriegseinsatz bereit. Das Gelände "Auf der
Haar"diente als Start- und Landebahn. Ölfässer übernahmen die Aufgabe der Landebahnbe- feuerung.
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"Es sah manchmal sehr bedrohlich aus, wenn die Maschinen beim Starten oder im Landeanflug über die Häuser
dröhnten; aber es hat uns Jungen, die Schrecken des Weltkrieges noch nicht in vollem Umfange erfassend,
sehr viel Spaß gemacht, dies zu beobachten" kommentiert die damalige Dorfjugend.
Trotz dieser
guten Verstecke orteten amerikanische Jagdflugzeuge vom Typ "Mustang", die als Begleitschutz für die
Kampfverbände eingebunden waren, diese militärischen Einrichtungen, und im Tiefflug wurden die deutschen
und italienischen Maschinen zum größten Teil zerstört. "In den Bäumen steckten noch so viel Geschosse,
daß viele Bandsägeblätter bei Stellmacher Lohse das Schneiden nicht überstanden und rissen." wird berichtet.
Die Flugzeugbesatzungen quartierten sich in Bredelem und Langelsheim ein. Ein Teil des Bauernhofes
Ludolf Herbst (heute Scherb) wurde zur Schreibstube (so die damalige Umschreibung) umfunktioniert. Unter
den Fenstern lagerten Weinfässer, um die Piloten "bei Laune zu halten". Aber davon profitierten nicht
nur die Soldaten, sondern auch die Jugendlichen: So mancher Behälter wurde "illegal" angezapft. An schönen
Sommerabenden, und das folgende war in den Kriegsjahren etwas Besonderes, sorgten Filmvorführungen auf
dem Hofgelände für Abwechslung. Bredelemer Einwohner waren hier auch willkommen.
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Im Mai 1945 sprengten die Amerikaner die Maschinen vollends schrottreif, fast zum Wohle der Bredelemer
Bevölkerung. Jeder baute sich das aus, was er gebrauchen konnte: Schuppen wurden aus Rohren und Blechteilen
montiert, Tragflächentanks, z.T. noch voller Benzin, fanden ihre Verwendung und sogar die Fahrwerksbereifung
diente dem Schuhwerk als Sohle.
"Das Gebiet "Appelhorn" ähnelte lange Zeit einem Schrottplatz!"
so der letzte Eindruck aus dieser Zeit.
"Flugplatz Bredelem?".........Nach dieser Situationsbeschreibung
wohl doch kein Scherz!
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Nachtrag:
Carsten Jelinski, Kirchenmusiker in Bredelem, sendete per E-Mail folgende Ergänzung:
Zum Flugplatz kann ich auch noch eine Story beisteuern: Fährt man von Bredelem nach Ostlutter,
so stellt man in der scharfen Rechtskurve fest, dass der Wald linker Hand jüngere Bäume aufweist. Dort
soll ein italienischer Flieger einmal die Landebahn verpasst haben und den Wald abgeholzt haben. Der
heutige Waldbesitzer, Hans-Peter Klapproth (05383-1205, schöne Grüße) hat bis vor wenigen Jahren noch
Flugzeugteile gefunden. Soweit von hier!
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