Auszug aus dem Heimatbuch des Landkreises Goslar von Franz Zobel 1928: (Neu abgeschrieben am
25.01.2009 von Erwin Adolf, Bredelem)
Dem achtlosen Wanderer scheint ein Dorf wie das andere zu sein. Und doch hat
ein jedes seinen eigenen Charakter, der sich von dem der Nachbardörfer scharf unterscheidet. Wie
die Eigenart der Menschen Bedingt ist durch das ihnen in endloser Kette von den Vätern überlieferte
körperliche und seelische Erbgut und durch die Umwelt, in der sich dem Einzelnen dieses Erbgut entwickelte,
so ist die eines jeden Ortes bestimmt durch die Landschaft, die ihn gebar und durch den engen Platz in
dieser weiten Landschaft, der ihm Heimat wurde. Bredelem ist ein Kind des breiten Tales, das dem
Harz im Norden vorgelagert ist. Eng aneinander rückten hier die Dörfer, denn der Boden ist gut und
ernährt viele leicht. Im Mittag und Abend bauen sich ihm, erst schüchtern beginnend, dann immer gewaltiger
werdend, die dunklen Berge des Harzes auf, die im Westen durch den Appelhorn den Anschluss an den flachen,
langgezogenen Hügelrücken suchen, der das Tal vom Norden scheidet. Über die scharfen Speere der Gräser
und Kornfelder dieser Anhöhe, das lange Feld genannt, lugen links blausamten die Wälder der Haringerberge.
Hinter ihm ducken sich der Haarhof, bei dem einst Tedel Unverzagt von Wallmoden die Kumpanei des Teufels
zum Ritt nach Jerusalem fand, und die Kirchdörfer Upen und Ostharingen. Im Morgen ziehen die Fichten
des Innerstetales, dessen Uferabstürze weiß blenden, einen dunklen Strich in den zarten Farben der Landschaft,
die der gezackte Wall des Salzgitterschen Höhenzuges, der in der Lichtfülle des Sommertages so nah erscheint,
dass man vermeint, seine goldgrüne Waldbäume zählen zu können, abschließt. Inmitten dieses gesegneten
Landstriches, der fruchtbar ist und schön wie ein sonniger Maientag, erwuchs Bredelem auf einer quellreichen
Anhöhe vor dem Langen Feld, die Schutz verhieß, wenn Söldner im rauen Chor hinter dem lodernden Fahnenwirbel
zu Trommel und Schwegelpfeifen ihr Lodderlied sangen:
Gott gnad dem großmächtigen Kaiser frumme
Marimilian, von dem ist aufkumme ein Orden, durchzeucht alle Land mit Pfeifen und mit Trummen,
Landsknecht seind sie genannt!
Auf der höchsten Stelle des Klimpes lag die Kirche, weithin
sichtbar. Sie war des Dorfes Festung. Auch das 1847 von Grund auf erneuerte Gotteshaus, das nichts von
Krieg und Blut wissen mag, hat doch nicht der alten, wuchtigen Art entraten mögen. Um die Kirche drängten
sich die Höfe vorsorglich bedacht, den schützenden Berg nicht zu verlassen. So wurde allgemach der Platz
eng, und die Gehöfte krochen zusammen wie die Küchlein unter den Flügeln der Henne, und die Gassen, die
bergauf und bergab stiegen, waren kraus und klafterschmal.
Als daher am 15.Mai des
Jahres 1830 die Flammen knatternd im glühenden Dachgebälk eines der Höfe brachen und die Glocken Sturm
wimmerten, fiel der Feuerbrand in langgezogenen, flatternden Glutenfäden auf das ganze Dorf. Damit ein
solches Unglück zum anderen Male vermieden würde, griff die Regierung ein und regelte den Wiederaufbau:
„Um eine zweckmäßige Wiederaufbauung des durch den Brand am 15.Mai des Jahres zum größten Teil niedergebrannten
Dorfes nach dem Wunsche Königlichen Amts Liebenburg regulieren zu können, wurde zuvörderst eine Vermessung
und Aufnahme der einzelnen Brandstellen und der Umgebung, sowie eine Untersuchung des etwa zur Erweiterung
des wiederaufzubauenden Dorfes benötigten Grund und Bodens vorgenommen. Die hierüber aufgenommene Karte
ergab, dass nicht nur, um die alten Brandstellen gehörig zu erweitern, sowie die bis dahin gänzlich eingeengte
gewesenen Dorfwege aus polizeilichen Rücksichten gehörig zu verbreitern, sondern auch, um überhaupt dem
Dorfe selbst eine regelmäßige Stellung der wiederaufzubauenden Gebäude zu verschaffen, teils mehrere
Einwohner ihre alten Baustellen verlassen, teils zur Erweiterung ihrer Hofstelle Ein- und Austauschungen
vornehmen mussten.“ So überschritt das Dorf, das bereits 1147 genannt wird, nach 700 Jahren zum
ersten Male die Grenzen, die Erfahrung und weise Fürsicht ihm gesteckt hatten. Und das durfte sein, denn
die neue Zeit schützt durch Recht und Gerechtigkeit und macht Bergeshöhen, Hecken und Schlagbäume überflüssig.
Auch Bredelem ist, der Regel in unserer Heimat entsprechend, der Sitz eines Herrengeschlechtes gewesen.
Als Bischof Bernhard 1147 das Patronatsrecht der Cäcilienkapelle in Goslar dem Rudolf, einem Verwandten
des bisherigen Inhabers Sidag, übertrug, bezeugt Günther von Bredenheim die Rechtlichkeit dieses Vorganges,
und 1280 beurkundet Dietrich von Bredenem den Verkauf eines Fischteiches am Steinberg durch Anno von
der Gowische an das Nonnenkloster Frankenberg. Die Sippe ist für das geschichtliche Werden der Heimat
ohne Bedeutung geblieben. Sie scheint bereits im frühen Mittelalter ausgestorben zu sein. Der Ort,
dessen Name sich von Brethenehim über Bredenhem, Bredenheim, Bredenim, Bredenem zu der heutigen Schreibweise
entwickelte, wird als solcher am 13.Okt. 1147 bestätigt, als Bischof das Bartholomäusstift in Hildesheim,
auch Sültekloster genannt, in seinen Schutz nahm und ihm wahrscheinlich anlässlich seiner Umwandlung
in ein Augustinerkloster reiche Güter, darunter eine Hufe (30 Morgen) und den Zehnten in Bredelem, schenkte.
1246 verkaufte der Propst Hermann und der Konvent dieses Stiftes sechs Hufen Acker und den Zehnten in
Bredelem für 210 Pfund dem Kloster Riechenberg. Der Zehnte erbrachte 1548 dreiunddreißig Scheffel Korn.
Bei der günstigen Lage Riechenbergs zu der Dorfschaft Bredelem ist es verständlich, dass dieses Stift,
das bereits 1154 in Bredenheim begütert war, sich bestrebte, diesen Besitz zu erweitern. Das war ihm
erstmalig 1209 gelungen, als ihm Bischof Adelog am 11. März dieses Jahres vier Hufen übereignete, die
die Gebrüder Simon und Hermann von Heringen mit Zustimmung ihres Neffen Walter dem Bischof zurückgegeben
hatten. Die Einwilligung der Gesamtfamilie von Heringen konnte das Kloster jedoch erst acht Jahre später
erlangen. Bei der Aufstellung des Liebenburger Erbregisters 1548 ergab es sich, dass das Riechenberger
Klostergut drei Höfe und siebzehn Hufen, das sind 510 Morgen, umfaste, von denen jedoch sechs Hufen oder
180 Morgen an die von Schwichedt verpfändet waren. Auf ihm saßen fünf Meier, von denen der Ackermann
S. Lacke allein 210 Morgen Klosterland unter dem Pfluge hatte. Neben diesem Riechenberger Stiftshof
ist in Bredelem zum mindesten gleichzeitig ein bischöfliches Meierwerk entstanden, das der Villikation
Upen, 1548 „Latgut“ genannt, unterstellt war. Aus diesem Latgut hatte Bischof Adalog 1176 als Vorwerk
für das Kloster Heiningen fünf Hufen ausgeschieden. 1188 vertauschte er mit dem Nikolaus von Berle zwei
Hufen in Astfeld, die ebenfalls zur Villikation in Upen gehörten, gegen eine in Bredelem. Der Bischof
wurde zu diesem Tausch, der das Latgut um dreißig Morgen schmälerte, offenbar nur durch die günstige
Lage der Bredelemer Hufe bewogen, die seiner Absicht der Besitzzusammenballung entgegenkam. 1294 überlies
Bischof Siegfried II., der Burgenbauer und Gründer der Liebenburg, dem Ritter Friedrich von Winnigstedt
4 ½ Hufen des Bredelemer Meierwerkes mit der Bestimmung, dass sie seinem Geschlecht gehören sollten,
so lange er oder seine Frau oder sein Sohn sich des goldenen Sonnenlichtes erfreuten. 1358 legte Bischof
Heinrich III., der Sohn des Herzogs Albrecht von Braunschweig, der Villikation zwei Mühlen zu, die er
vom Stift Georgenberg, das hinternach infolge seiner Zerstörung durch goslarsche Bürger 1527 nach Grauhof
übersiedelte, gegen eine Hufe in Beinum und vier Hufen in Burgdorf eingetauscht hatte. Diese Mühlen an
den silberblitzenden Wasser der Innerste, bei denen es sich in Othfresen nachweislich um die „Neue Mühle“
und in Bredelem wahrscheinlich um die Palandsmühle handelte, waren bereits 1156 in das Eigentum des Stiftes
Georgenberg gelangt. Während 1548 die Villikation in Upen in einer Größe von 14 ¼ Hufen(427 ½
Morgen) als „Latgut“ , das ist ein Gut, das ursprünglich mit Laten, das heißt Höringen, besetzt gewesen
war, fortbestand, hatte sich das Meierwerk Bredelem aufgelöst. Von einem Hof und dreizig Morgen, die
als Erbe des Ackermanns Philipps bezeichnet werden, zog das Domkapitel den Zins, 95 Morgen waren der
Liebenburg zugelegt, 60 Morgen unterstanden der Komturei Schlingenburg und ein Hof und 210 Morgen der
Komturei Supplingenburg im Kreise Helmstedt. Supplingenburg, 1150 anscheinend durch Kaiser Lothar, der
sich nach dieser Burg nannte, als Kollegiatstift gegründet und wahrscheinlich durch Heinrich den Löwen
in eine Komturei der Templer umgewandelt, wurde 1312 aufgehoben und 1357 den Johannitern übertragen.
Bei der 1820 erfolgten Einziehung dieser Komturei als eine herzogliche Domäne war der Bredelemer besitz
schon verlorengegangen. Nach dem Liebenburger Erbregister gab es 1548 in Bredelem acht volle Ackerleute
und vierzehn Kotsassen. Die Ackerhöfe bildeten wie die in Jerstedt für ihre Zeit für ihre Zeit recht
stattliche Besitzungen. Sie umfassten 90 Morgen und darüber zwei sogar 240 und 255 Morgen. Die Kotsassen
waren dagegen ein armes Volk und der Lacke, der zu der Sippe des reichen Riefenberger Klostermeiers Lacke
gehörte, war mit seinen 59 Morgen unter ihnen König. Die übrigen mussten es sich auf kümmerlichen Äckern,
so Gossenmost und andere mit ihm, auf drei Morgen sauer werden lassen, und ihr Schweiß war der Dünger,
der ihnen Frucht trieb. Blomberg hatte von der Liebenburg drei Vorlinge. Für diese und für freie Kost,
die ihm der Kotsaß Fricke halten musste, diente er auf dem Vorwerk als Medehomester, das ist als zweiter
Hofmeister. Hesse aber werkte tagaus, tagein auf dem Amt Lutter als Hofmeister für eine Wiese in Bromhai.
Von den Herren von Wallmoden trugen 1548 der Ackermann Strimer zwei Hufen und der Kotsaß Wicke
zwei Bleeke zu Lehen. 1697 hießen die Wallmodenschen Meier Wolter und Wedden. Sie hatten jährlich insgesamt
acht Malter und dreizehn Himpten Roggen und Hafer, Wiesenzins, ein Huhn, eine Gans und sechzig Eier Meierzins
nach Altwallmoden abzuliefern. Das Recht der Doppelschäferei war von den Bischöfen den Bauern gegen
eine jährliche Abgabe von vier Gulden und vier Goldgroschen überlassen. Die Viehhut erstreckte sich bis
an das Kiffholz, die Mithut über „Dolven“, Haringen, Westharingen und über den Appelhorn. Westharingen
und Dolven, sonst Dolgen genannt, sind Wüstungen. Dogen barg sich nach Abend zu
am Radberg, von Bredelem durch das Wilde Meer und den Appelhorn geschieden. Die alte Dorfstelle kennzeichnet
heute noch der „Dolgerbrunnen“ unter der Wiesenwanne „Auf dem Dolgen“, aus dem hell und klingend der
Dolger Bach rieselt. Die Dorfschaft wird bereits 1154 in dem Güterverzeichnis des Klosters Riechenberg,
das Bischof Bruno bestätigt, als „Wostentholgen“, das ist Wüstendolgen, geführt. In dem drei Jahre später
ausgestellten Schutzbrief Kaiser Friedrichs I. feht jedoch der Name, um dann überhaupt nicht wieder in
den Akten dieses Klosters aufzutreten. Es ist möglich, dass dieses untergegangene Dolgen, 1255 in einer
Urkunde des Hoier von Harzburg und 1268 mit dem goslarschen Bürger Werner von Dolgen in einem Wöltingeroder
Pergament bezeugt, gewesen ist, dessen Stelle, und das wäre durchaus kein ungewöhnlicher Vorgang, dann
noch einmal durch Bauern besiedelt wurde. 1321 schenkt Bischof Otto dem Kloster Wöltingerode zwei Hufen
in Lengde, die Graf Heinrich von Schladen ihm aufgelassen hat und wird dafür von dem Grafen mit zwei
Hufen in Dolgen entschädigt. 1348 verkaufen Hermann und Otto von der Gowische den Rittern Johann und
Otto von Oberg zwei Teile des Dorfes Dolgen, die diese wiederum dem Grafen Albrecht von Schladen übergeben,
und endlich überträgt Kurd von Salder dem Marien-Magdalenenkloster in Hildesheim, das seiner Tochter
den Schleier verlieh, daselbst einen Hof mit zwei Hufen. Besonders die Nachricht aus dem Jahre 1348 spricht
dafür, das Dolgen im 14. Jahrhundert wieder und noch bestanden hat. Wann das Dorf entgültig wüst geworden
ist, lässt sich nicht mehr feststellen. Doch ist die weitverbreitete Überlieferung, dass das infolge
militärischer Maßnahme während der Schlacht bei Lutter geschehen sei, nach den Untersuchungen von Voges
„Die Schlacht bei Lutter am Barenberge“ nicht mehr aufrecht zu erhalten. Die durch den Pastor Arends
in Langelsheim 1792 überkommene Nachricht von Funden zahlreicher Menschenknochen vor dem Walde bei Dolgen
wird sich auf den verschollenen Dorffriedhof beziehen. In der Feldmark Dolgen haben sich die Dörfer
Upen, Bredelem und Langelsheim geteilt. 1571 trägt Heinrich Glessener in Langelsheim einen Holzberg,
den „Aschershop“ vor dem „Dolliger Holz“ bei den Loifklinken von denen von Wallmoden zu Lehen. 1548 beackert
der Bredelemer Kotsaß Borgentrick fünf Morgen in Dolgen von Obersches Meiergut. Und heute noch liegen
die Wiesen der Bredelemer Bauern nach wie vor auf dem Dolgen. Westharingen lag nach Nordwesten
zu vor dem Haarhof an der Wegrinne, die von diesem Vorwerk der Liebenburg nach Bredelem führt. Es ist
wahrscheinlich, das die 1317 beginnende Bildung dieses Vorwerkes das Ausgehen des Dorfes, dessen Stelle
durch Bodenfunde festgelegt ist, veranlasst hat. Westharingen wird erstmalig 1174 und zwar als Kirchdorf
durch Bischof Adelog bestätigt. Die kirche unterstand dem Banne des Klosters Heiningen. 1286 besaßen
Dietrich und Heinrich von Wallmoden sechs Hufen in Westharingen, die sie vermeiert hatten. 1312 erwarb
das Kloster Frankenberg von dem Kloster Wöltingerode für acht Mark zwei Höfe in dem Dorf, zudenen dreieinhalb
Hufen Acker und drei Fertonen jährliche Rente gehörten. Die Grafen von Wohldenberg überließen dem Kloster
für zwölf Mark die Vogteirechte über diesen Besitz und außerdem einen dritten Hof mit einer halben Hufe
Land. 1367 gab Bernhard von Dörnten den halben Zehnten in Westharingen und drei Hufen daselbst, die er
als von Wehresches Lehen trug, dem jungen Knappen Albrecht von Wehre zurück. 1548 stand der Gesamtzehnte
den Bauern Brennecke und Eriken aus Upen als Afterlehen der goslarschen Bürger Fredemann und Achtermann
zu. Die Feldmark ist, soweit sie nicht zum Haarhof gezogen wurde, in die Upens aufgegangen. Die ehemals
verkarstete, wilde Haar selber ist 1884 teils zu Upen, teils zu Bredelem geschlagen Östlich von
Westharingen war auf halben Wege nach Ostharingen an der Straße Upen---Bredelem eine dritte Siedlung,
Mittelharingen genannt, erwachsen. Auch die Stätte dieses längst verlassenen Dorfes ist durch Grundmauernfunde
örtlich festgelegt. Aus seiner Feldmark zog der Ritter Dietrich von Wallmoden 1286 verschiedene Zehnte,
mit denen er die Brüder Heinrich und Hermann von Dörnten belehnt hatte. 1321 bekundeten Dietrich und
Heinrich von Wallmoden noch einmal, das sie denen von Dörnten außer acht Hufen in Westharingen den Zehnten
in Mittelharingen übertragen haben. Dreißig Jahre später veranschlagen die von Dörnten den Ertrag ihres
Zehnten aus Mittelharingen auf eine halbe Mark. 1575 kaufen Tedel und Tedel Friedrich von Wallmoden für
700 Gulden von dem Moritzstift in Hildesheim vier Hufen in Ost- und Mittelharingen, die dieses Stift
1324 in einer Streitsache mit den Bauern Westharingens gewonnen hatte. Jetzt gehen die Upener Bauern
auf dem Acker Mittelharingens hinter dem Pfluge. Es waren eben zuviel der Dörfer zwischen der Innerste
und dem Radberg! Das Mutterdorf dieser beiden Haringenwüstungen ist Ostharingen, eine braunschweigische
Exklave im Landkreise Goslar. Es war der Stammsitz eines weitverzweigten und 1143 erstmalig benannten
Geschlechtes derer von Haringen. Es ist möglich, dass die beiden Tochtersiedlungen Mittel- und Westharingen
Edelhöfen ihre Entstehung verdanken, die einst bei Güterteilungen von Angehörigen dieser Sippe ausgebaut
wurden. In Ostharingen streckte bereits 1131 eine Kirche, der das Gotteshaus Hahndorf unterstand, seinen
Spitzturm gegen den Himmel. Als sich diese Kirche zu einer Archidiakonatskirche entwickelte, wurde ihr
der Densiga, ursprünglich ein Teil des Salthgas, mit den Ortschaften Othfresen, Dörnten, Hahndorf, Jerstedt,
Astfeld, Wolfshagen, Langelsheim, Lutter am Barenberge, Bredelem und Heißum zugelegt. Dieser alten
kirchlichen Organisation, die ursprünglich nicht vor Landesgrenzen halt machte, ist es zuzuschreiben,
dass Bredelem von Langelsheim und sodann wie Upen bis zum Jahre 1653 von dem braunschweigischen Dorfe
Ostharingen aus kirchlich versorgt wurde. Diese Verbindung ist infolge eines Streites des Pfarrers zu
Ostharingen mit dem hildesheimischen Konsistorium gelöst worden.
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